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Forderungsausfall

Die Zahlungsweise ist der entscheidende Indikator, wenn es um die Bestimmung des Ausfallrisikos geht. Eine Schieflage kündigt sich meist an, nämlich dann, wenn Rechnungen nicht mehr so zügig wie üblich bezahlt werden. Für die betroffenen Unternehmen können die Folgen existenzbedrohend sein. Was können Firmen dagegen tun?

Jede dritte Firmeninsolvenz in Deutschland ist auf einen Forderungsausfall zurückzuführen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen spüren diesen Dominoeffekt: Zahlt ein Kunde nicht, leidet darunter die eigene Liquidität. Mit 19.900 Unternehmensinsolvenzen wurde in 2018 zwar der niedrigste Wert seit 1994 verzeichnet, doch auch in wirtschaftlich guten Zeiten sind Unternehmen nicht vor Zahlungsausfällen gefeit. Auch vor dem Hintergrund der zunehmend wirksam werdenden Konjunkturbremse und der Zinswende ist eine weitere Abnahme der Unternehmensinsolvenzen im laufenden Jahr fraglich. Bereits im letzten Quartal 2018 stiegen die Forderungsausfälle im Vergleich zum Vorjahr. Besonders betroffen war das Baugewerbe – jeder Achte musste laut Creditreform Forderungen in nennenswerter Höhe abschreiben.

Für die betroffenen Unternehmen können die Folgen existenzbedrohend sein. Wenn die Bezahlung für eine erfolgte Lieferung oder Leistung nicht oder nicht rechtzeitig erfolgt, kann das Unternehmen schnell in einen Liquiditätsengpass geraten. Löhne können nicht bezahlt und eigene Verbindlichkeiten bzw. Kredite nicht bedient werden.

Zahlungsmoral verschlechtert sich

Eine der Hauptursachen für einen Forderungsausfall ist die sinkende Zahlungsmoral vieler Firmen. Besonders betroffen ist die Baubranche: Lange Zahlungsziele, bestrittene Forderungen und häufig nur vorgeschobene Mängeleinreden führen dazu, dass Unternehmen trotz erbrachter Leistungen auf ihren Forderungen sitzen bleiben und in finanzielle Engpässe geraten.

Einen Grund für die sinkende Zahlungsmoral sehen Experten des Kreditversicherers Euler Hermes in der stabilen Wirtschaftslage. Diese verleite die Unternehmen zu mehr Vertrauen und dadurch zu einer toleranteren Kontrolle der Zahlungseingänge. Nicht ungefährlich in einem Umfeld, in dem immer mehr Großinsolvenzen zu beobachten sind.

Absicherung durch Warenkreditversicherung und komplementäre Lösungen

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sollten sich ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können und sich nicht mit fachfremden Aufgaben, wie etwa zeitaufwendigen Bonitätsprüfungen ihrer Auftraggeber oder gar gerichtlichen Verfahren, auseinandersetzen müssen. Hierfür ist der Abschluss einer Warenkreditversicherung (WKV) empfehlenswert. Sie schützt nicht nur vor der Zahlungsunfähigkeit der Kunden, sondern der Versicherer übernimmt auch im Vorfeld die Bonitätsprüfung von potenziellen Auftraggebern im In- und Ausland.

Diesem Absicherungsbedürfnis kommen die Kreditversicherer derzeit mit einem deutlich erhöhten Deckungsschutz entgegen. Begründet liegt diese Entwicklung zum einen in einer höheren Risikobereitschaft der Versicherer zum anderen ist der gestiegene zur Verfügung gestellte Deckungsschutz auch ein Ergebnis neuer Deckungszusagen in Form von „Top-up“-Policen. Neben der herkömmlichen Absicherung des gesamten Risikos können Unternehmen somit auch Ausschnittsdeckungen, „Single-Risk“- und „Excess-of-Loss“-Lösungen in Anspruch nehmen.

Mit der „Single-Risk“-Lösung, auch Einzeldeckung genannt, erhalten Unternehmen eine spezielle Versicherungslösung, wenn diese einzelne Kunden und deren kurzfristige Verbindlichkeiten absichern möchten. Üblich sind größere Forderungsvolumen, die entweder als Einzelforderung im Rahmen eines Projektgeschäfts oder als revolvierende Handelsforderungen auftreten. Dabei bietet die „Single-Risk“-Lösung neben umfangreichem Schutz mit Laufzeiten von sechs Monaten bis zu fünf Jahren eine hohe Planungssicherheit durch verbindliche Deckungszusagen.

Die „Excess-of-Loss“-Police ist eine Kreditversicherung für außergewöhnliche und unvorhersehbare Risiken und ist für Unternehmen interessant, die den Großteil ihres Geschäfts mit wenigen Kunden erzielen. Dabei begrenzt die „Excess-of-Loss“-Police das Gesamtrisiko. Das heißt, dass mit dem Versicherungsnehmer ein Betrag vereinbart wird, ab dem Schäden reguliert werden. Diese Art von Deckungszusage bietet dem Versicherten ein hohes Maß an Stabilität und Flexibilität.

Die derzeit niedrigen Preise für eine Kreditversicherung sowie die Bereitschaft der Versicherungsunternehmen in mehr als ausreichendem Maße Deckungsschutz zu gewähren, machen den Abschluss einer Kreditversicherung äußerst attraktiv und empfehlenswert. – Unternehmen können so in „guten“ Zeiten vermehrt Zusatzgeschäfte tätigen und sind gleichzeitig für „stürmische“ Zeiten gerüstet.